Vom Wunschzettel zum Fortbildungsplan

Vom Wunschzettel zum Fortbildungsplan

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Die meisten Fortbildungsplanungen beginnen mit einer Abfrage im Kollegium. Das ist verständlich, führt aber zu einer Liste von Interessen statt zu einem Plan. Ein Plan entsteht aus dem, was die Schule sich vorgenommen hat.

Schulalltag ohne doppelte Listen?

Vertretungsplan, Klassenbuch, Krankmeldungen, Elternnachrichten und Zeugnisse in einem System. Vom Stundenplan bis zum Zeugnis, ohne doppelte Erfassung.

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Wie viel Fortbildung eine Lehrkraft leisten muss, regelt das Landesrecht ganz unterschiedlich. Manche Länder formulieren eine allgemeine Pflicht ohne Stundenmaß, andere nennen einen Umfang, wieder andere binden Nachweise an die dienstliche Beurteilung. Auch die Zahl der unterrichtsfreien Studientage oder pädagogischen Tage steht in Landesvorschriften. Nimm für Deine Planung deshalb den Text Deines Landes, nicht die Zahl aus einer Handreichung.

Was länderübergreifend gleich funktioniert, ist der Weg vom Bedarf zum Termin zur Wirkung. Genau darum geht es hier – die Rechtsgrundlage liefert den Rahmen, sie liefert keinen Plan.

Warum die Umfrage der falsche Anfang ist

Eine Bedarfsabfrage produziert zuverlässig drei Sorten von Antworten: Themen, die eine Person gerade beschäftigen, Themen, die man schon einmal gehört hat, sowie leere Felder. Daraus lässt sich kein Schwerpunkt bilden, weil die Antworten nichts miteinander zu tun haben. Und sie erzeugt eine Erwartung – wer etwas eingetragen hat, geht davon aus, dass es kommt.

Der Punkt ist nicht, dass die Wünsche des Kollegiums unwichtig wären. Der Punkt ist die Reihenfolge. Wenn zuerst feststeht, was die Schule in diesem Jahr erreichen will, wird die Abfrage zu einer viel besseren Frage: nicht mehr „was interessiert Dich", sondern „was fehlt Dir, um dieses Vorhaben zu unterrichten". Auf die zweite Frage bekommst Du konkrete Antworten, weil sie einen Bezugspunkt hat.

Diese Umkehrung kostet eine Konferenz, in der zwei bis drei Schwerpunkte für das Schuljahr benannt werden. Mehr als drei sind keine Schwerpunkte mehr.

Wer den Plan am Ende beschließt, ist ebenfalls Landesrecht. In einigen Ländern entscheidet die Schulleitung über die Fortbildungsplanung, in anderen ist die Lehrerkonferenz zu beteiligen oder beschließt selbst; mancherorts gibt es dafür eine eigene Funktionsstelle mit Anrechnung. Kläre das vor der ersten Konferenz – ein Plan, der im falschen Gremium beschlossen wurde, muss ein zweites Mal beschlossen werden.

Eine Abfrage im Kollegium ergibt eine Liste von Interessen. Ein Plan entsteht aus dem, was die Schule sich vorgenommen hat.

Bedarf ableiten: drei Quellen statt einer Liste

Der Bedarf einer Schule steht bereits geschrieben, meist an drei Stellen. Die Aufgabe der Fortbildungsplanung ist es, diese drei Quellen zusammenzuziehen.

QuelleWas daraus folgt
Schulprogramm und MedienkonzeptDie selbst gesetzten Vorhaben. Jeder Kompetenzbereich, den ein Fach übernommen hat, erzeugt einen Qualifizierungsbedarf
Rückmeldungen und EvaluationsergebnisseWas im letzten Jahr nicht getragen hat. Das ist der ehrlichste Bedarf, weil ihn niemand erfunden hat
Pflichtthemen und RechtsänderungenErste Hilfe, Aufsicht, Datenschutz, Brandschutz. Umfang und Turnus richten sich nach Landesrecht oder nach dem Träger

Die dritte Zeile wird regelmäßig vergessen, obwohl sie den festen Teil des Jahres bildet. Sie hat einen Vorteil: Sie ist planbar, weil ihr Turnus bekannt ist. Trage sie zuerst ein, dann siehst Du, wie viel Raum für die selbst gesetzten Schwerpunkte tatsächlich bleibt.

Was in dieser Tabelle bewusst nicht steht, ist der individuelle Bedarf einzelner Lehrkräfte. Er verschwindet nicht, er wird nur anders behandelt: als Einzelfall über den Dienstweg, nicht als Bestandteil des Schuljahresplans. Beides zu vermischen ist der Grund, warum Fortbildungspläne so oft aus zwanzig Zeilen bestehen, von denen achtzehn genau eine Person betreffen.

Wie die erste Zeile entsteht, wenn sie noch nicht existiert, steht in Das Medienkonzept jenseits der Geräteliste.

Bedarf ableiten: drei Quellen statt einer Liste — Vom Wunschzettel zum Fortbildungsplan

Schulintern, extern oder Multiplikatoren

Drei Formen stehen zur Verfügung. Sie taugen für verschiedene Zwecke. Eine schulinterne Veranstaltung erreicht alle gleichzeitig, erzeugt eine gemeinsame Sprache und ist die einzige Form, mit der sich eine gemeinsame Praxis verabreden lässt. Sie ist schwach, wenn es um Spezialwissen geht.

Die Grenze des Multiplikatorenmodells

Eine externe Fortbildung bringt Tiefe für einzelne Personen, kostet aber Unterrichtszeit und erreicht das Kollegium nur über den Umweg der Weitergabe. Genau dieser Umweg ist das Multiplikatorenmodell. Es hat eine Grenze, die man vor dem Start kennen sollte.

  • Weitergabe braucht eine eigene Qualifikation. Wer etwas kann, kann es nicht automatisch vermitteln.
  • Weitergabe braucht einen Termin. Ohne feste Konferenzzeit findet sie nicht statt, egal wie gut die Absicht war.
  • Weitergabe braucht Materialien. Was die Multiplikatorin mündlich erzählt, ist nach zwei Wochen weg.
  • Eine Person allein ist zu wenig. Fällt sie aus oder wechselt sie die Schule, ist das Thema weg. Zwei sind das Minimum.

Für eine gemeinsame Praxis ist die schulinterne Form fast immer die richtige. Für Fachfragen einzelner Fächer ist es die externe. Das Multiplikatorenmodell liegt dazwischen und trägt nur mit den vier Bedingungen darüber.

Termine gehören in den Jahreskalender, nicht ans Ende

Der häufigste Planungsfehler ist zeitlicher Art. Fortbildungstermine entstehen spät, weil sie erst gesucht werden, wenn alles andere feststeht. Dann liegen sie zwangsläufig in den Resträumen des Schuljahres, also dort, wo ohnehin schon viel liegt.

Die Umkehrung ist unspektakulär, wirkt aber sofort: Die Termine für schulinterne Fortbildung werden zusammen mit den Zeugnisterminen, den Konferenzen sowie dem Anmeldezeitraum gesetzt, bevor irgendetwas anderes eingetragen wird. Drei Regeln reichen dabei aus:

  • Nicht in den Wochen vor den Zeugniskonferenzen. Dort ist keine Aufnahmefähigkeit.
  • Nah an der Anwendung. Eine Fortbildung im Mai für etwas, das im nächsten Februar beginnt, ist verloren.
  • Mit einer verantwortlichen Person je Termin. Ein Termin ohne Namen daneben wird nicht vorbereitet.

Damit das trägt, muss der Kalender an einer Stelle liegen, die alle kennen: dieselbe Stelle, an der auch Konferenzen sowie Zeugnistermine stehen. Ein Fortbildungsplan in einer eigenen Datei ist ein Plan, den nur die Schulleitung sieht. Wie sich Termine, Zuständigkeiten sowie Nachweise in einer gemeinsamen Verwaltungsfläche zusammenführen lassen, zeigt die Schulverwaltungssoftware.

Termine gehören in den Jahreskalender, nicht ans Ende — Vom Wunschzettel zum Fortbildungsplan

Woran erkennst Du ein halbes Jahr später, dass es gewirkt hat?

Das ist die Frage, die am seltensten gestellt wird, obwohl sie die Planung des nächsten Jahres trägt. Sie lässt sich nicht mit Zufriedenheit beantworten. Ein Feedbackbogen am Ende einer Veranstaltung misst die Veranstaltung, nicht ihre Wirkung. Ausgefüllt wird er außerdem, während alle schon die Jacke anhaben.

Was stattdessen funktioniert, ist eine Vereinbarung, die vor der Fortbildung getroffen wird. Sie besteht aus einem Satz: Woran werden wir im März merken, dass diese Fortbildung etwas verändert hat? Mögliche Antworten sind konkret genug, um überprüfbar zu sein:

  • In jeder Klasse des Jahrgangs 7 wurde bis März eine Tonaufnahme erstellt.
  • Die Fachkonferenz hat ein gemeinsames Beobachtungsraster beschlossen, das alle benutzen.
  • Die Zahl der Rückfragen zu einem bestimmten Vorgang im Sekretariat ist merklich gesunken.

Der Termin für diese Überprüfung gehört in denselben Kalender wie die Fortbildung selbst, mit demselben Namen daneben. Wie eine solche Rückmeldung klein genug bleibt, um tatsächlich ausgewertet zu werden, steht in Evaluation ohne Umfrage-Wüste.

Zwei bis drei Schwerpunkte, drei Bedarfsquellen, Termine vor allem anderen im Kalender, eine Wirkungsfrage vor der Veranstaltung statt eines Bogens danach. Der aufwendigste Teil daran ist die Konferenz am Anfang. Alles Weitere ist Eintragen. Genau das ist der Unterschied zwischen einem Fortbildungsplan und einer Sammlung von Terminen, die sich zufällig ergeben haben.

Schulalltag ohne doppelte Listen?

Vertretungsplan, Klassenbuch, Krankmeldungen, Elternnachrichten und Zeugnisse in einem System. Vom Stundenplan bis zum Zeugnis, ohne doppelte Erfassung.